Wenn Sie sich auf die Suche nach einer geeigneten Reitschule begeben, werden Sie sicher auch einmal der einen oder anderen Reitstunde zusehen und -hören. Vielleicht sitzen Sie auch im Reiterstübchen und hören den Unterhaltungen der Reiter zu. Seien Sie nicht erstaunt, wenn Ihnen einige Begriffe der Ausbilder oder Reiter wie eine Fremdsprache vorkommen. Wie in anderen Sportarten auch, gibt es viele spezifische Fachausdrücke und Redewendungen. Aber Sie werden sehen - in einem halben Jahr reden Sie wahrscheinlich genauso.

Ich habe hier die wichtigsten Begriffe für Sie zusammengetragen. Ihnen fehlt eine Erklärung? Schreiben Sie mir, damit dieses Lexikon bald all Ihre Fragen beantworten kann.

Klicken Sie auf die Abbildungen, um eine Großansicht zu erhalten. Die Grafiken sind der FN-Folienmappe "Lehren und Lernen" sowie dem FN-Richtlinien-Band 1 "Grundausbildung für Reiter und Pferd" entnommen. Herzlichen Dank an die Deutsche Reiterliche Vereinigung für die Genehmigung.

LEXIKON DER REITERBEGRIFFE   
   
Bahnregeln  „Verkehrs“-Regeln für das Reiten in Reithallen oder auf –plätzen, um Unfälle zu vermeiden:
- Rufen Sie "Tür frei, bitte", bevor Sie einen Reitplatz oder eine Halle betreten, und warten Sie auf eine positive Antwort.
- Das Auf- und Absitzen erfolgt auf der Mittellinie.
- Halten Sie zu anderen Pferden immer einen Sicherheitsabstand von ca. 2,50m.
- Wenn Sie Schritt reiten, halten Sie den Hufschlag frei.
- Reiter auf dem 1. Hufschlag haben gegenüber Reitern auf dem Zirkel "Vorfahrt".
- Wird gleichzeitig auf beiden Händen (= in beide Richtungen) geritten, haben die Reiter auf der linken Hand "Vorfahrt".
- Bei einem Handwechsel (Richtungswechsel) bleiben die Reiter, die bereits die Hand gewechselt haben, auf dem Hufschlag; die anderen müssen ausweichen. 
Distanzreiten  Bei Distanzritten müssen Reiter und Pferd eine bestimmte Strecke in einer vorgegebenen Zeit zurücklegen und das Ziel in einwandfreiem gesundheitlichen Zustand erreichen. 
Disziplinen  Darunter versteht man die verschiedenen Ausübungsformen des Sports mit Pferden: Voltigieren, Dressur, Springen, Vielseitigkeitsreiten, Fahren, Wander-/Distanzreiten, Jagdreiten. Die Erklärungen für die einzelnen Disziplinen finden Sie unter dem jeweiligen Begriff. 
Dressur  Kommunikation zwischen Mensch und Pferd und das Reiten von verschiedenen Lektionen unterschiedlichen Niveaus auf einem mit Punkten und Buchstaben abgegrenzten Bereich, dem Dressurviereck (40 m oder 60 m x 20 m). 
Equitana   Weltmesse des Pferdesports, alle 2 Jahre in Essen
 
Exterieur   
Das äußere Erscheinungsbild des Pferdes.  
Fahren  Beim Fahren werden ein oder mehrere Pferde vor eine Kutsche gespannt. Die Pferde werden durch sehr lange Zügel, die hier Leinen heißen, in Gangart und Richtung kontrolliert. Die Form der Anspannung variiert genauso wie die Art der Kutsche.  
Farben   
Fell und Mähne der Pferde haben sehr unterschiedliche Färbungen. Links sehen Sie die Hauptfarben. 
FN  FN ist eine Abkürzung, die aus dem Französischen kommt und Fédération Equestre Nationale bedeutet, übersetzt: Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. Sie ist der deutsche Dachverband der Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer mit Sitz in Warendorf. Mehr Details können Sie hier lesen. 
Gangarten  Die Grundgangarten sind Schritt als die langsamste, Trab als die mittlere und Galopp als die schnellste. Einige Pferderassen haben noch weitere Gangarten, wie z.B. Tölt oder Pass. 
Grundsätze für ...   
... den Umgang mit dem Pferd und das Reiten. 
Gymnastizierung  Aufeinander aufbauende, systematische Ausbildung des Pferdes in Gelenkigkeit, Kraft und Lektionen, um die geforderten Leistungen schonend ausführen zu können. 
Halfter   
Kopfstück für das Pferd, an dem man zum Führen und Anbinden einen Strick befestigt. Ein Halfter hat kein Gebißteil.  
Hilfengebung des Reiters   Die Einwirkung des Reiters auf das Pferd durch Gewicht, Schenkel und Zügel. Alle Hilfen müssen zusammenwirken und dürfen nicht einzeln angewandt werden. Mit den Hilfen hat der Reiter die Möglichkeit, Gangart, Tempo, Bewegungsrichtung und Haltung zu kontrollieren. Für eine korrekte Hilfengebung ist der korrekte Sitz unbedingte Voraussetzung. 
Hilfszügel   
Verschiedene Arten von Hilfszügeln veranlassen das Pferd, den Hals fallen zu lassen (=nach unten zu nehmen) und im Rücken locker zu werden, so dass der Reitanfänger besser zum Sitzen und Einwirken kommt und das Pferd schonend geritten werden kann. Alle Hilfszügel laufen durch die Trensenringe oder werden in ihnen befestigt.  
Hufschlag  äußere "Spur" der Reitbahn, auf der sich die Reiter mit ihren Pferden bewegen. 
Hufschlagfiguren    
auch Bahnfiguren genannt - verschiedene Übungen und Figuren, die der Reiter mit dem Pferd in der Bahn möglichst genau ausführt. Die Figuren dienen der Verbesserung und gleichzeitig der Kontrolle der Einwirkung des Reiters auf sein Pferd und werden mit steigendem Ausbildungsniveau von Pferd und Reiter schwieriger. 
Interieur  bezeichnet das Wesen und den Charakter des Pferdes, seine "inneren Werte" 
Jagdreiten  Jagdreiten bedeutet das Reiten in einer Gruppe im Gelände auf einer vorher festgelegten Strecke, mit oder ohne Überwindung von Hindernissen. Da in Deutschland die Jagd mit Meute (Hunden) auf Wild verboten ist, gibt es als Ersatz dafür Reitjagden ohne Hunde und Jagden mit Hunden, die nur einer gelegten Spur folgen. 
Kasino  auch Reiterstübchen genannt, ähnlich einem Lokal. Dort treffen sich die Reiter nach oder vor der Reitstunde zum Reden. Meist werden Getränke und kleine Snacks angeboten. Oft kommt es auch vor, daß hier auch die Buchung und Verwaltung der Stunden vorgenommen wird. 
Kommandos des Ausbilders  Anweisungen des Reitlehrers für die Reitschüler, wie z.B. "Abteilung Marsch" (= alle gemeinsam anreiten) oder "Erster Reiter antraben" (=der Rest der Abteilung bleibt in der vorherigen Gangart) 
Longenstunde  Zu Beginn Ihrer Ausbildung werden Sie Longenunterricht bekommen. Das bedeutet, Sie sitzen auf dem Schulpferd und dieses wird vom Reitlehrer an einer langen Leine (der Longe) um ihn herum bewegt. Er bestimmt die Gangart und das Tempo des Pferdes, so können Sie sich voll und ganz auf das Erlernen des Sitzes und der Hilfengebung konzentrieren.  
Natürliche Schönheit  Das Pferd ist ein Geschöpf der Natur mit wundervollen Bewegungen. Durch die Einwirkung des Menschen dürfen diese Bewegungen sowie die gesamte Haltung niemals künstlich oder gezwungen aussehen.  
Paddock  Eingezäunter Platz (meist Sandboden), auf dem die Pferde Auslauf haben und sich mit Artgenossen frei bewegen können. 
Reitabzeichen  Die Reitabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sind Prüfungen mit verschiedenen Inhalten und auf unterschiedlichem Niveau. Einige dienen der reinen Motivation des Reiters (Motivationsabzeichen), andere sind nötig, wenn man Turniere reiten möchte oder beruflich mit Pferden arbeiten möchte. Informationen zu den einzelnen Abzeichen-Inhalten sehen Sie hier.  
Reiterstübchen  auch Kasino genannt, ähnlich einem Lokal. Dort treffen sich die Reiter nach oder vor der Reitstunde zum Reden. Meist werden Getränke und kleine Snacks angeboten. Oft kommt es auch vor, daß hier auch die Buchung und Verwaltung der Stunden vorgenommen wird. 
Sattel   
Es gibt verschiedene, disziplin-spezifische Sattelarten, in denen Sie auf dem Pferd sitzen können. Die Abbildung zeigt die unterschiedlichen Arten in der klassischen Reitweise. 
Skelett   
Auch als Reitanfänger ist Wissen über das Skelett des Pferdes wichtig, schließlich sitzen Sie des öfteren darauf. 
Springen  Beim Springen überwindet der Reiter mit seinem Pferd einzelne oder mehrere Hindernisse unterschiedlicher Art und Höhe. Die Hindernisse können natürlicher Art sein, z.B. Baumstämme oder Gräben bei einem Ausritt, oder aus Ständern und Stangen auf einem Außenplatz oder in der Reithalle aufgebaut werden. 
Stockmaß  Messart und Maßangabe für die Größe des Pferdes, gemessen am Widerrist, in cm bzw. m.  
Trense   
Kopfstück für das Pferd mit einem Gebißteil. Es gibt verschiedene Ausführungen und Varianten.  
Vielseitigkeitsreiten  Das Vielseitigkeitsreiten umfasst die Teilbereiche Dressur, Springen, Geländereiten und die Rennbahnstrecke.  
Voltigieren  Ausübung verschiedener gymnastischer / turnerischer Übungen auf dem galoppierenden, longierten Pferd. Longieren bedeutet, das Pferd an einer langen Leine, der Longe, um sich herum auf einem Kreis zu bewegen. Die Übungen haben verschiedene Schwierigkeitsgrade und werden einzeln oder mit Partner/n durchgeführt. Voltigieren ist eine ideale Einstiegs-Möglichkeit, gerade für Kinder und Jugendliche. 
Wanderreiten  Auf Wanderritten legt der Reiter mit seinem Pferd große Wegstrecken zurück. Im Vorfeld werden diverse Stopp-Stationen ausgewählt. Die Geschwindigkeit spielt hier keine Rolle. 
Zügel  Zügel sind an den Trensenringen des Mundstücks befestigt und stellen die Verbindung vom Pferdemaul zu den Reiterhänden dar. 
Zügelführung  Art, wie der Reiter die Zügel in den Händen hält. 


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